Bonsai in Kürze

TanakahomeDEIT.jpgDie Ursprünge der Bonsaikunst liegen weit zurück und sind ungewiss. Erste Zeugnisse wurden uns in antiken chinesischen Bildern überliefert.

Die Ursprünge der Bonsaikunst liegen weit zurück und sind ungewiss. Erste Zeugnisse wurden uns in antiken chinesischen Bildern überliefert.

Man weiß, dass diese Kunst in China, in der Chin-Dynastie zwischen dem zweiten und dem dritten Jahrhundert, von Adeligen und Intellektuellen betrieben und dass sie nach einigen Jahrhunderten nach Japan durch Reisen, durch wirtschaftlichen und kulturellen Austausch gebracht wurde, wo sie sofort das Adel, die Gelehrten und die Geistlichen eroberte.

Vom sechstem bis siebten Jahrhundert, in der Tang-Dynastie, als alle Künste sich entfalteten, verbreitete sich die Technik der Bonsai-Kultur.

Zwischen dem neuntem und zwölften Jahrhundert wurde damit angefangen, die Natur nachzugestalten, indem neben den Bäumen maßstabgerechte Felsen oder Figuren erschienen und dies wurde Pun-Chig genannt, was auf chinesisch Baum in der Schale mit Landschaft heißt.
Der Ausdruck Bonsai ist japanisch und von Japan aus breitete sich diese Kunst aus, um auch die westliche Welt zu erreichen.

BONSAI Kunst

Der Bonsai ist eine symbolische Darstellung, die der Empfindungsart seines Tanakahome2.jpgSchöpfers entspricht, er ist eine Art, sich auszudrücken. Wenn auch, im Falle jeder visuellen Kunst, das einmal vollendete Werk sich nicht mehr verändert, ein Bonsai kann nie als fertiges Produkt angesehen werden. Er erfährt stetige Veränderungen und dank ständiger Pflege wachsen seine Schönheit und seine Harmonie.
Selbstverständlich wird diese Technik von Regeln regiert, die denen der anderen Künsten entsprechen: wie bei der Malerei oder der Bildhauerei. Hier gilt es auch die Symmetrie, das Gleichgewicht von Kraftlinien, die Perspektive zu berücksichtigen.

Bonsai hat einen sehr engen Bezug zu Steinlandschaften und Hausgärten, Ikebana, Malerei, Kalligrafie und zur Tee-Zeremonie.

BONSAI Liebe

Zierkirsche.jpgBonsai ist nicht nur Technik. Irgendjemand hat das Bedürfnis gehabt, ganze Landschaften in einen kleinen Raum zu fassen, um liebevoll mit den Augen darüber zu streifen.
Es sind Landschaften, die sich verändern, von Land zu Land, je nach geografischer Lage. Landschaften, die wechseln, wie sich Jahreszeiten abwechseln, die erkranken und sterben, wenn sich niemand um sie kümmert.
Wie schön wäre es, wenn ich die Pflege, die ich meinem Bonsai widme, auch haben könnte! Und was für ein Glück, feststellen zu können, seinen Bedürfnissen verstanden zu haben, wenn die Pflanze gedeiht, wenn ihre Blätter üppig grün und die Knospen prall werden, die Blüten aufgehen und schließlich die Früchte reifen.Apfelmitapfel.jpg

Man tut einer Pflanze keine Gewalt an, wenn man sie pflegt. Man vergewaltigt sie, wenn die Liebe fehlt, wenn sie wie ein teuerer Dekorationsgegenstand angesehen wird, der in einer Ecke des Wohnzimmers zur Schau gestellt wird, die aber wie sehr oft nicht der richtige Platz ist.

Man tut dem Bonsai Gewalt an, wenn man ihn im Haus Tag für Tag lässt und vergisst, dass auch er lebt, dass er geliebt und gepflegt werden will, und dass dieser kleine große Baum nur unter diesen Bedingungen immer schöner und prächtiger werden wird.

Ich erinnere an dieser Stelle, dass in Japan, auch wenn die Möbeleinrichtung nicht vollständig ist, die Bonsaiecke mit allem Zubehör fast nie fehlt.

Ich hoffe, ich konnte Ihnen verständlich machen, dass Bonsai nicht nur Technik ist, wie viele zu denken scheinen, und auch nicht nur Kunst, aber auch etwas Spirituelles und Philosophisches hat: Es ist eine Kommunikation in Verbindung mit der Natur, ein langsamer Weg der Meditation.

Shozo Tanaka
(frei nach Bonsai: amore e arte)


Shozo Tanaka wurde am 1.11.1936 in Hiroshima geboren. Er war 9 Jahre alt, als die Bombe einschlug.
Er hat einen seltenen Beruf erlernt: er unterscheidet das Geschlecht bei Küken. Dies hat ihn nach Schweden, Spanien, in die Schweiz, nach Frankreich und Italien gebracht, zuerst in Padua dann in Padenghe, wo er sich 1960 niederläßt.
Er nennt 1 ha sein Eigen, ein weiteres hat er gepachtet. Die Hügel bei Desenzano und das Wasser des Gardasees erinnern ihn an Japan.
Er betreibt in seiner Freizeit Bonsai. Da in Italien Bonsai nicht wie in Japan gezüchtet werden, entschließt er sich selbständig zu machen.
Er führt den Familienbetrieb mit seiner Frau, Tomoko Ikeda und seinen beiden Söhnen, Kimiharo und Kiminori.

 

Die Kommentare sind geschlossen.